Traubenbrand, Brände aus Trauben
schnapsler.de unterscheidet hier 4 Varianten
1. Traubenbrand - Brand aus Weintrauben.
2. Traubenbrand - Brand aus Tafeltrauben.
3. Weinbrand - Brand aus Wein ( Weinbrand, Cognac, Brandy)
Siehe -> Weinbrand
4. Tresterbrand - Brand aus Traubentrester ( Trester, Marc, Grappa)
Siehe -> Tresterbrand
Von der Rebe und ihren Trauben
Reben gehören zur (Pflanzen) Abteilung der Bedecktsamer (Magnoliophyta). Pflanzenunterklasse der Rosenähnlichen (Rosidea) und zur Familie der Viticeae, welche rund 700 Spezies umfasst. Allen gemeinsam ist, dass es sich um recht schnellwüchsige Kletterpflanzen ohne eigenen Stamm handelt und die Ranken sitzen nicht an den Blättern, (wie bei anderen Kletterpflanzen) sondern an den Sprossen. Für uns von Interesse ist die Rebe "Vitis. Die meisten ursprünglichen "Vitis" Pflanzen kommen in Nordamerika und Asien vor.
Erstmals beschrieb 1735 der schwedische Naturwissenschaftler Carl von Linné die Urform der europäischen Weinrebe "Vitis Vinifera Silvestris". Diese Urform stammt wohl aus dem kaukasischen Raum und wurde schon von den Hochkulturen des Orients und des östlichen Mittelmeerraums domestiziert. Die Phönizier und die "alten" Griechen brachten die Weinreben dann nach Westeuropa. Die Römer sorgten für die Verbreitung - sofern klimatisch möglich- in ganz Europa.
Die Weinrebe und die Tafeltraubenrebe (Vitis vinifera vinifera) unterscheiden sich in Pflege und Ansprüchen sowie an den Boden erheblich. Die Tafeltraubenreben benötigen zwar ebenfalls sonnige Standorte, aber wegen der erhöhten Pilzgefahr auch ein möglichst trockenes Klima, Während der Blüte (Juni/Juli) sollte auch die Temperatur 15 Grad Celsius nicht unterschreiten.
Die Traube
Allgemein bezieht sich der Begriff "Traube" auf die charakteristische Wuchsform von einzelnen Beeren zu einem traubenartigen Fruchtstand. Die Beeren von Wein- oder Speisetrauben sind meist rund, rötlich rot, blau bis schwarzblau. Im Gegensatz zu den "Weißen" enthalten die "Blauen" und die "Roten" den Farbstoff Anthocyan. Bis zu fünf harte Samenkerne sind im Fruchtfleisch eingeschlossen. Die Kerne von Wein- oder Speisetrauben enthalten oligomere Proanthocyanidine (OPC), die als starke Antioxidantien wirken. Die Schale, oder Haut der Wein- oder Speisetrauben enthält das Antioxidans Resveratrol. Die Wachsschicht auf der Schale entsteht durch den Wechsel zwischen der Luftfeuchtigkeit nachts und der Zufuhr warmer Luft am Tage. Kondensniederschlag verursacht jenen weißen, mehlartigen und abwischbaren Reif. Wenn dieser verdunstet, kommt es zur Wachsschicht, auch "Duftfilm" genannt.
1. Traubenbrand - Brand aus Weintrauben (Keltertrauben)
Traubenbrände aus Weintrauben werden nur gelegentlich angeboten und dann meist von kleineren Weingütern, welche auch eine Abfindungsbrennerei betreiben. Es werden hauptsächlich weiße Trauben verarbeiten. Die Weintrauben für einen guten Traubenbrand sollten mind. 60 Grad Öchsle (ca.140 gr. Zucker/Liter) haben - damit auch eine entsprechende Ausbeute erwartet werden kann. Werden unterschiedliche Weitraubensorten verwendet, präsentiert sich ein Traubenbrand eher neutral, mit leicht weiniger Note. Gute Traubenbrände aus Weintrauben sind sortenreine Brände, denn diese geben die Charakteristik der verwendeten Traubensorte wieder.
2. Traubenbrand - Brand aus Tafeltrauben.
Bedingt durch die deutsche Agrarbürokratie dürfen in Deutschland die Tafeltrauben erst seit dem 1.Juli 2000 als Obst behandelt werden (vorher war der Anbau von Tafeltrauben in Deutschland eigentlich gar nicht, oder sehr eingeschränkt möglich, da alle Rebentrauben als Weintrauben eingestuft wurden und somit zu einem der umfangreichsten Gesetze- und Vorschriftenkataloge - dem Deutschen Weingesetz- unterworfen war).
Der Anbau von Tafeltrauben ist nun auch auf den nicht für Weinreben (Keltertrauben) genehmigten Flächen möglich.
Bester feinduftiger Traubenbrand aus Tafeltrauben wird nach klassischer Obstbrennermanier hergestellt. Tafeltrauben weisen meist einen erheblich höheren Öchslegrad (Zuckergehalt) als Weintrauben auf ( bis 100 Grad Öchsle - ca. 240 gr. Zucker/ Liter). Daher sind die Tafeltrauben für den Brenner auch ergiebiger als die Weintrauben.
Die vollreifen Tafelrauben für einen Traubenbrand werden meist auch vollständig von ihren Stielen befreit, eingemaischt, vergoren und anschließend destilliert. Das fruchtig-süße Aroma der Speisetrauben bestimmt so den Geschmackscharakter des Destillats und wird daher nicht durch Bitterstoffe der Schale oder des Stiels geschmacklich beeinflusst. Hochwertige Destillate aus Tafeltrauben sind von feinsüßem fruchtigen Geschmack und eine hochexklusive Obstbrandrarität.
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