Speierling

Der Speierling erreicht bei günstigen Standortbedingungen Höhen von bis zu 20 Meter, einen Stammdurchmesser von weit über 100 cm und kann über 200 Jahre alt werden. Der Speierlingsbaum wächst jedoch recht langsam. Der Lateinische Name des Speierlings ist "Sorbus domestica" und er gehört zu der Familie der Rosengewächse (Rosáceae).
Die Blüten des Speierling bilden sich von April bis Mai.
Die Früchte des Speierlings reifen von September bis Oktober.

Schon die Griechen und Römer wussten den Speierling als Obst zu schätzen.
Palladius (4. Jh. v. Chr.) befaßt sich mit der Aussaat und der Lagerung und Verwendung der Früchte .
Collumella (100 n.Chr.) berichtet über Methoden der Lagerung.
Plinius (823 v. - 79 n.Chr.) unterscheidet schon unterschiedliche Formen des Speierlings
Spätestens seit dem 9. Jahrhundert wurde der Speierling auch in Mitteleuropa verstärkt angepflanzt.
Die Früchte des Speierlings wurden früher mit Äpfeln zusammen zu Apfelwein verarbeitet. Durch die Beigabe des Speierlings(1-10%) wurde der Apfelwein nicht nur haltbarer gemacht, sondern auch geklärt. Der hohe Gerbstoffgehalt sorgte für eine längere Haltbarkeit des Apfelweines und er sah auch nicht mehr so trüb aus. Die Zugabe von Speierling verlieh dem Apfelwein ein angenehme herbes, von der Apfelsüsse nicht zu dominiertes Aroma. Mit dem Fortschritt der Technik und neuen Konservierungsmethoden verschwand der Speierling auch aus dem Landschaftbild der Apfelweinhochburgen (z.B. Hessen).

In heutiger Zeit ist der Speierling so selten geworden, dass er 1993 sogar zum Baum des Jahres ernannt wurde. Dies war wohl auch der Anstoß, wieder einige Exemplare dieser seltenen Wildobstart neu anzupflanzen.

Die Früchte vom Speierling sind in reifen Zustand überaus reich an Gerbstoffen, weshalb diese auch in frühem Reifestadium äußerst bitter schmecken (und eigentlich ungenießbar sind).
Wird den Speielingsfrüchten jedoch genug Zeit zum Nachreifen gegeben oder dürfen diese sogar den ersten Frost erleben, verwandeln sie sich zu einer, "fast" süßen Frucht. Die Haut der Speierlingsfrüchte wird dabei zunehmend dunkler und weist eine lederähnliche Optik auf. In solch überreifem Zustand werden die Speierlingsfrüchte mehlig-teigig und der Gerbstoffgehalt sinkt stark ab. Die Früchte vom Speierling weisen dann einen Extraktgehalt von teilweise über 130° Oechsle auf.

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