Holunderbrand
Der Holunder wurde im Althochdeutschen "holuntar" genannt. Holuntar setzt sich zusammen aus "hol" für hohl sowie aus dem Wort "tar" für Baum und könnte auf die hohlen, mit Mark gefüllten Zweige hinweisen.
Weitere Bezeichnungen für den Schwarzen Holunder waren Holder (holder = Brechholz, der Brüchigkeit der Zweige wegen), Holderbusch, Holderstock, und Kelkenbusch.
Die Herkunft des lat. Names Sambucus nigra ist unsicher. Der Gattungsname "Sambucus" könnte sich von sambyx für rot, seines roten Saftes wegen ableiten, möglicherweise stammt er aber von einem persischen Saiteninstrument der symbyke oder sambuca das man aus dem Holz des Holunders herstellte.
Der Artname "nigra" bedeutet schwarz, womit er sich auf die Farbe der Früchte bezieht.
Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) trägt seine weißen, duftenden Blüten in schirmähnlichen Dolden. Blütezeit ist von Juni - Juli. Die Früchte werden zur Reife schwarz und hängen deutlich über. Der Strauch hat eine rissige, braungraue Borke, in den Zweigen findet man weißes Mark. Die Sträucher werden gewöhnlich 3 - 4 m hoch, der Schwarze Holunder kann aber auch bis zu 10 m hoch wachsen. Dieser Holunder gedeiht hauptsächlich in Gebüschen und Wäldern auf stickstoffhaltigem Humusboden.
Schon in der Jungsteinzeit sollen die Beeren des Holunders als Nahrungsmittel gedient haben.
In der Antike und im Mittelalter galt die Pflanze als wichtige Arznei.
Hippokrates, Theophrast, Dioscurides und Plinius kannten ihre Wirkung und setzten sie als Heilmittel ein. Dioscurides beispielsweise empfiehlt die Pflanze bei Wassersucht, als Abführmittel, bei Augenkrankheiten gegen Schlangen- und Hundebisse und auch als Haarfärbemittel.
Auch heute noch ist der Holunder eines der bekanntesten Volksheilmittel - seine Wirkstoffe befinden sich in den Wurzeln, Blättern, Blüten und natürlich in den Beeren. Die Wirkstoffe stützt das Immunsystem, gelten als wirkungsvolles Blutreinigungsmittel, weiterhin werden diese zur Darmregulierung, Schmerzbekämpfung und vor allem bei Fieber und Erkältungskrankheiten eingesetzt.
Bei den Kelten spielte die Verehrung des Holunders eine wichtige Rolle, dies dokumentiert der keltischen Baumkalender. Als "Baum der Königin" teilten sie dem "Holler" (Holunder) eine sehr wichtige Rolle zu.
Man pflanzte den Holunder auch oft als Hausbaum zum Schutz gegen böse Geister und gegen Blitzeinschlag.
So besagt auch ein alter Glaube , wenn ein auf einem Grab eingepflanzter Holunderzweig zu wachsen begänne, ist dies ein Zeichen dafür, daß ein Verstorbener seine Ruhe gefunden habe.
Der frühe christliche Volksglaube hat die Verehrung des Holunders in eine neue Legende umgewandelt. So soll die Gottesmutter Maria auf der Flucht nach Ägypten unter einem Holunder gerastet haben. Deshalb wurde entsprechend dieser Legende vor jedem Holunderstrauch (wie vor einem Heiligenbild) der Hut abgenommen.
Holunderbrand:
Nur beste Beeren, welche von den Stängeln befreit (entrebelt) wurden und ein exaktes und äußerst penibles Arbeiten kann die gewünschte Qualität bei der Herstellung eines Holunderbrandes gewährleisten.
Für einen Liter Holunderdestillat benötigt man ca. 35 kg Holunderbeeren.
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