Hagebuttenbrand
Ein Hagebuttenbrand gehört zu den besonderen Raritäten unter den Bränden.
Die Hagebutten sind die Früchte von meist wildwachsenden Rosensträuchern. Hauptsächlich stammen die Früchte von der Hecken-Rose oder Hunds-Rose (Rosa canina). Die Heckenrose ist ein stacheliger Strauch, der bis zu einer Höhe von 3 m wächst. Er bringt im Juni schöne weiße, bis rosafarbene Blüten hervor. Die roten Früchte, eben die Hagebutten, reifen im Spätsommer heran und bleiben (sollten diese nicht vorher gepflückt werden) noch bis in das nächste Jahr an den Zweigen hängen.
Die Hagebutten gehören zu den vitaminreichsten Früchten. Sie sind reich an Vitamin C. Auch Vitamin A, B, E und K, sowie Beta-Carotin, Carotinoide und Flavonoide sind nachzuweisen. Außerdem enthalten sie Apfel- und Zitronensäure, sowie viele Mineralstoffe (Kalium, Kalzium, Magnesium, Natrium). Sie unterstützen die Blutbildung und erhöhen die Widerstandsfähigkeit gegen Erkältungs- und Infektionskrankheiten. Außerdem wirken sie sich günstig auf die Nierentätigkeit aus.
Das Wort "Hagebutte" besteht aus zwei Wörtern "Hag" (=dichtes Gebüsch, Gehölz) und "butzen" (=schlagen, stoßen). Das erinnert an die Herstellung von Hagebuttenmus im Mittelalter. Hagebutten waren schon damals bekannt und wurden natürlich auch in der Heilkunde verwendet.
Auch im alten Volks- und Aberglauben hat die Hagebutte ihre Spuren hinterlassen. So war man in vielen Gegenden Deutschlands der Überzeugung, gegen Krankheiten und Unheil aller Art gefeit zu sein, wenn man am Weihnachtsabend oder in der Neujahrsnacht eine frisch gepflückte Hagebutte verzehrte. Die roten Früchte sollten zudem vor Blitz und Unwetter schützen wie auch in der Lage sein, unliebsame "Gäste" fern zu halten. In Belgien wurden Halsketten aus Hagebutten den Kindern umgehängt, um sie vor Unheil zu schützen.
Ein Hagebuttenbrand wird ausschliesslich durch alkoholische Gärung und Destillation der zuckerarmen Hagebutten gewonnen. Der gesamte Alkohol muss aus der Vergärung der Früchte stammen.
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