Eibenwasser (oder Eibenbrand)

Die Eibe (Taxus baccata), ist ein immergrüner Nadelbaum, der sehr langsam wächst, bis zu 20 Meter hoch und bis zu 2000 Jahre alt werden kann.

Der Gattungsname "Taxus" leitet sich vermutlich vom lateinischen "taxare" für strafen ab, womit schon der Name auf die Giftigkeit der Pflanze verweist.
Der Artname "baccata" bedeutet soviel wie "beerentragend".

Eiben werden auch Ibenbaum , If, Ibe, Ifen, Eve, Eue oder Bogenbaum genannt.

Die Eiben gehören zu den sog. Urbäumen.
Eiben wachsen wahrscheinlich schon seit dem späten Erdaltertum (Paläozoikum - vor ca. 300 Mio. Jahren) auf unserem Planeten.
Eine weitere botanische Besonderheit ist, dass die Eibe eine diözische (zweigeschlechtliche) Baumart ist, somit gibt es also männliche und weibliche Eibenbäume.

Das Holz der Eibe ist seit Jahrhunderten hochgeschätzt und wurde/wird zur Herstellung vielerlei Gerätschaften verwendet und ist heute eines der wertvollsten Möbelhölzer. Auf Grund ihrer Robustheit gegenüber des Rückschnitts wird die Eibe auch seit über 500 Jahren gerne im Landschaftsbau bzw. der Gartenarchitektur als immergrünes Element eingesetzt.

In der Antike bezeichneten Plinius und Dioskorides die Eibe als "Baum des Todes, da dessen Ausdünstungen während der Blütezeit einen unter ihm Schlafenden töten könne.

Bei den Kelten verehrten die Druiden die Eibe als heiligen Baum. So wurde auch geglaubt, dass der Weg in die Unterwelt eine von Eiben gesäumte Allee ist.

In der Mythologie der Germanen führte der in "Ydalis, den Eibentälern" wohnende Jagdgott Uller natürlich einen Bogen aus Eibenholz.
Die Germanen schufen für ihren heiligen Eibenbaum eigens die Rune "Eihwaz".

Bis in die früh- und mittelalterlich-christliche Zeit sollten Grabbeilagen in Form von Schnitzereien oder Amulette aus Eibenholz die bösen Geister zurückhalten bzw. vertreiben. Auch den Lebenden schützten sich mit Amuletten aus Eibenholz vor den Bissen giftiger und böser Tiere und natürlich vor bösen Geistern.

In der heutigen Zeit ist die Eibe in freier natürlicher Umgebung sehr selten geworden und steht daher unter Naturschutz.

Für den Destillateur relevant ist nur die Arillus der Eibenfrucht,
denn alle Teile der Eibe sind giftig, da diese das Pseudoalkaloide Taxine A/B, bzw. das toxische Taxol enthalten
- alle Teile, außer die kleinen leuchtend rote Samenmäntel (Arillus) der weiblichen Eibe.

Nur aus diesen kleinen roten Samenmäntelchen wird unser Eibenwasser hergestellt.
Die Eibenfrüchte müssen sehr vorsichtig von Hand abgelesen werden. Sofort nach der Ernte werden diese durch ein Sieb passiert um die giftigen Samen von Ihrer Ummantelung zu trennen. Das so gewonnene Fruchtmus hat einen sehr hohen Gehalt an ätherischen Ölen. Dadurch verläuft auch die Gärung in der Maische recht langsam. Immer wieder muss die Maische auf den Gärverlauf hin überprüft werden, bis dann endlich gebrannt werden kann. Auch für die Arbeit am Brenngerät muss einiges an Erfahrung vorhanden sein, um auch ein aromatisches Destillat zu erhalten.

Eibenwasser ist eine außerordentlich seltene Rarität auf dem Spirituosenmarkt. Neben wenigen Brennern in Österreich gibt es nun auch einige Brennereien in Deutschland, welche sich an solch ein außergewöhnliches Produkt wie den Eibenbrand heranwagen. Die Ergebnisse sind qualitativ sehr unterschiedlich.

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Eibenfrucht

Die Frucht
der Eibe