Aprikosenbrand / Marillenbrand

Die Aprikose (Prunus armeniaca) nannten die Römer "praecorium" daraus bildeten sich die Namen "abricot" (Französisch), "apricot" (Englisch), "albaricoque" (Spanisch), "albicocca" (Italienisch).

In Teilen Süddeutschlands, Österreich, Südtirol und der Schweiz und setzte sich jedoch der Name "Marille" durch. Diese Bezeichnung geht wahrscheinlich auf das lat. "armeniaca" (aus Armenien stammend) zurück und wurde zum ital. "armellino". Daraus entstanden dann wohl die Bezeichnungen "Amarellen", "Morellen" und auch "Marille".
Weitere Bezeichnungen sind auch: Barille und Xingren.

Als Urheimat der Aprikose gilt China, denn dort kannte man diese Früchte schon vor ca. 4000 Jahren. Die Aprikosen kamen von China über Turkestan nach Mittel- und Vorderasien, Armenien, Syrien, Griechenland nach Italien. Wie so viele feine Früchte dann wohl mit den Römern ca. 70 v.Chr. zu uns.

Der bis zu 10 Meter hoch werdende Aprikosenbaum verlangt ein trockenes, warmes Klima und Böden, die mit Weinbergen zu vergleichen sind. Aprikosenbäume sind frostempfindlich und schlagen früh aus. Durch den frühen Blühbeginn, (oft schon im März) sind sog. Spätfröste meistens vernichtend. Deshalb gilt gerade der südliche Teil der Rheinebene als ideales Anbaugebiet. Auf Grund der hohen Ansprüche an Boden und Klima gilt der Aprikosenanbau auch als Königsdisziplin des Obstbaus.

Würden Aprikosen nur nach ihren Inhaltsstoffen beurteilt, könnte man fast meinen, die Aprikose sei ein Gemüse. Der Gehalt an den Mineralstoffen Calcium (15mg-), Kalium (250mg-), Phosphor (20mg-) und Eisen (0,6mg- je 100 gr. Frucht) ist im Vergleich zu anderen Kern- und Steinobstsorten im oberen Bereich; ebenso die B-Vitamine ( B1=0,04mg, B2=0,05mg). Der Gehalt an Karotin bzw. Provitamin A ist so hoch wie bei kaum einer anderen Frucht und übertrifft sogar den Karotingehalt von Möhren.

Die gelben bis orangegelben Früchte sind je nach Sorte teilweise auch mit "roten Bäckchen" gezeichnet. Aprikosen sind flaumig weich und verführerisch duftend.

Leider ist ein Deutscher Aprikosenbrand eine große Seltenheit. Die hohen Anforderungen an Boden und Klima und auch das Risiko, durch einen Spätfrost die gesamte Ernte zu verlieren, hält verständlicherweise viele deutsche Obstbauern vom Anbau der Aprikose ab.

Beim Aprikosenbrand aus frischen Früchten handelt es sich um einen Edelbranntwein, der wie kaum ein anderer diesen Namen verdient. Das volle, liebliche, harmonische Steinobstbukett tritt darin in seltener Reinheit meist ohne jede fuselige Nuance hervor. Das spezifische Aroma der Frucht kommt oft nur im Nachgeschmack zur Geltung, trotzdem ist die Spirituose von besonderer Eigenart, die gerade in der Harmonie der einzelnen Geschmackskomponenten, der Reinheit und der Fülle des Bukett besteht.

Aprikosen sind hauptsächlich in Österreich und Südeuropa wichtige Brennereistoffe. Wegen des geringen Zuckergehalts (oft unter 10%) und der damit verbundenen geringen "Ausbeute", werden in Deutschland überwiegend Aprikosengeiste hergestellt. Der Aprikosengeist jedoch, entsteht durch Einmaischen der nicht vergorenen Früchte in Äthylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs und anschliessender Destillation. Das heisst, der Neutralalkohol zieht aus den Früchten das Aroma, und dieses Aroma wird durch Destillation in das Fertigerzeugnis überführt.

Ein Aprikosenbrand gehört im Sinne der Europäischen Begriffsbestimmungen zu den Obstbränden, die ausschliesslich durch alkoholische Gärung und Destillieren der frischen fleischigen Frucht - mit oder ohne Steine - gewonnen werden. Sie müssen zu weniger als 86% vol A destilliert werden, dass das Destillat das Aroma und den Geschmack der Frucht behält. Sie müssen ein Gehalt an flüchtigen Bestandteilen von über 200 g/hl A und einen Höchstgehalt an Methanol von 1000 g/hl A ausweisen. Nur die so definierte Spirituose darf als Aprikosenbrand oder Aprikosenwasser bezeichnet werden. Der Mindestalkoholgehalt beträgt 37,5% vol.

In Österreich wird der Aprikosenbrand auch als Marillenbrand bezeichnet. Die grössten österreichischen Anbaugebiete liegen in der Wachau zwischen Krems und Spitz, um Langenlois und um Wien. In der Schweiz wäre das Wallis zu nennen.

Auch das Nationalgetränk der Ungarn ist ein Aprikosenbrand, der in Deutschland eher eine bescheidene Rolle spielt. Es handelt sich um den "BarackPalinka" (sprich: Baratschk).

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Aprikosenfrüchte

Beste
Aprikosen
für feinen
Aprikosenbrand

 

 

 

 

 

 

 

 

Aprikosenbäume

Aprikosenbäume

 

 

 

Aprikosenblüten

Aprikosenblüte