Der Kaiserstuhl - ein Obstparadies
Der Kaiserstuhl ist ein kleines, inselartiges Gebirge und liegt in der Oberrheinebene zwischen dem Schwarzwald und den Vogesen.
Schon in der Jungsteinzeit siedelten sich die Menschen am Kaiserstuhl an. Kelten, Alemannen und Römer lebten hier und profitierten vom milden Klima und fruchtbarem Boden. Der Kaiserstuhl war und ist nicht nur landwirtschaftlich wertvoll, sondern besaß durch die außergewöhnlich geografische Lage auch immer eine besondere strategische Bedeutung. So lag der Kaiserstuhl in der Römerzeit am Kreuzungspunkt zwischen den beiden Fernstrassen Basel/Mainz und Colmar/Donautal und war somit von hohem militärischem Wert.
Nicht nur die Römer sondern auch spätere Herrscher stritten sich um die Vormachtstellung in dieser Region. Die Zähringer, die Stauffer, unzählige Grafen, Markgrafen, Pfalzgrafen, Lehensherren, Klöster und Bistümer, die Schweden und Franzosen (im dreißigjährigen Krieg), die Vorderösterreicher sowie der Kurfürst von Baden waren die Herrscher über einen Teil oder den ganzen Kaiserstuhl. Nach den drei badischen Revolutionen, dem Deutsch-Französischen Krieg und den zwei Weltkriegen gehört nun der Kaiserstuhl zu Deutschlands "Musterländle", dem Bundesland Baden-Württemberg.
Unbeeindruckt von all dem menschlichen Gezänk, Streit und Krieg war und ist die Natur.
So lies sie es auch geduldig zu, dass fast 20 Jahre lang (1960-1980) mit schweren Baggern und Raupen die Kaiserstühler Landschaft umgestaltet wurde. Eine umfassende Flurbereinigung verwandelte damals kleine naturnah bewirtschaftete Terrassen in größere, kostengünstiger zu bearbeitende Flächen. Das Bild des Kaiserstuhls hat sich in dieser Zeit komplett verändert. Die Befürworter sind sich jedoch einig: Die Flurbereinigung am Kaiserstuhl war eine wichtige Voraussetzung dafür, dass diese Gegend heute überhaupt noch als Kulturlandschaft bewirtschaftet werden kann.
Ob für Aprikosen, Äpfel, Birnen, Kirschen, Mirabellen, Zwetschgen usw. - der Kaiserstuhl ist geradezu ein Obstparadies.
Der geologische Unterbau des Kaiserstuhls besteht vorwiegend aus vulkanischem Gestein, welches zu ca. 85% von einer bis zu 30mtr starken Lößdecke überzogen ist.
Löß ist ein gelblicher, mergelicher Sand, welcher größtenteils aus Quarzmehl mit Kalkspat, Silicaten und Ton besteht. Dieser besonders wertvolle und fruchtbare Lösboden wurde in der Eiszeit vom Wind an den Kaiserstuhl geweht. Die besonderen Eigenschaften des Lösbodens sind neben guter Belüftung auch die hohe Wasserspeicherfähigkeit. Ideale Voraussetzungen für den Anbau von allerbestem Obst und auch von Wein.
Weiterhin verfügt der Kaiserstuhl nicht nur über den wertvollen Lösboden sondern auch über hervorragende klimatische Bedingungen. So wird der Kaiserstuhl auch als Deutschlands sonnenreichstes Gebiet benannt. Die durchschnittlichen Klimadaten sind entsprechend beeindruckend: 1720 Sonnenstunden (Gesamtdeutschland ca. 1600), Jahresmitteltemperatur von 9,9 ° C (Gesamtdeutschland ca. 8,4) und nur ca. 65 Frosttage (Gesamtdeutschland ca. 104). Die Winter sind dementsprechend mild und schneearm.
Daher kann wohl behauptet werden, dass sich die Obstbäume am Kaiserstuhl besonders wohl fühlen. Die Baumkronen in der Sonne, die Wurzeln im fruchtbaren Lösboden und darunter das wärmespeichernde Vulkangestein. Das sind ideale Bedingungen für den Obstbau.
Dementsprechend aromenreich und üppig geraten hier die Früchte.
Obst vom Kaiserstuhl ist immer ein Genuss,
ganz besonders, nachdem es durch einen Kleinbrenner veredelt worden ist.