Der Bodensee
Das Obst und das Klima.
Gutes Obst ist meist das Ergebnis eines ausgeklügelten Zusammenspiels von Mensch und Natur.
Gerade am Bodensee haben die Obstbauern gelernt, sich die klimatischen Vorteile der Region zu Nutze zu machen.
Unzweifelhaft ist: Erst der See ermöglicht eine solche Vielfalt an Obst und anderen Agrarprodukten.
Der See gleicht die Temperaturschwankungen aus und beeinflusst mit der Oberflächenreflexion des Sonnenlichtes zusätzlich das Klima.
Durch seine spezielle Lage ist am Bodensee ein ganz eigenes, besonderes Kleinklima entstanden, welches häufig völlig andere Temperaturen und Wetterverhältnisse aufweist wie Regionen welche nur ein paar hundert Kilometer weit entfernt liegen.
Der gute, nährstoffreiche Boden z.B. aus Molasse-Endmoränen der letzten Eiszeit tut sein übriges.
So spricht mancher Obstbauer, von einer "fetten" Erde.
Der schwere Boden speichert die Nährstoffe besonders gut und gibt diese in idealer Weise an die Obstbäume ab.
Die Zusammensetzung wird oft scherzhaft mit 50 % sandiger Lehm und 50 % lehmiger Sand benannt.
Außerdem gibt es am Bodensee wohl die höchste Sonneneinstrahlung aller deutschen Obst-Anbaugebiete.
Zwar beginnt am See die Vegetationsperiode im Frühjahr rund ein bis zwei Wochen später als z. B. in der Oberrheinebene, doch der meist wolkenfreien Himmel im Sommer und der berühmt-berüchtigte Föhn gleichen diesen kleinen Nachteil wieder aus.
Die am Bodensee gemessenen ca. 9° Celsius Jahresdurchschnittsstemperatur für einen erfolgreichen Obstanbau gradezu Ideal.
Etwas besonders Erwähnentswertes ist auch die Reflexionswirkung der Sonneneinstrahlung durch die Seeoberfläche, welche noch bis zu 300 Meter weit vom Ufer entfernt deutlich zu spüren ist.
Kurzfristig kann durch die Reflexion der bis 140fache Wert an Sonneneinstrahlung entstehen.
Die spezielle Thermik am See hilft den Bauern zusätzlich eine besonders gutes Obst zu bekommen.
Durch die unterschiedliche Erwärmung an Land und über dem See entsteht ein konstante Luftbewegung.
Im Sommer weht vom See her schon am Vormittag eine kühle Brise, da sich die Luft an Land schneller erwärt und aufsteigt.
Über dem See kühlt sie anschließend wieder ab und strömt in Richtung Land nach.
Durch diesen kühlen Windhauch schließen sich die Spaltöffnungen der Blätter nicht so schnell (erst ab ca. 27 Grad Celsius), was ansonsten eine Reduzierung des Gasaustausches und dadurch auch der Assimilation zur Folge hätte.
Abends speichert der See dann die Wärme länger als das Land und so entseht eine wärmende Windbewegung in genau umgekehrter Richtung.
Die herbstlichen Nebel wirken sich auf die späten Obstsorten durchaus Positiv aus, da durch den dichten Nebel ja auch die intensive Sonneneinstrahlung gerade in der Reifeperiode im Herbst ausbleiben kann.
Die Niederschlagsmenge am Bodensee ist ebenfalls gut dosiert und bringt gerade die richtige Wassermenge, so dass die Obstbäume nicht durch den Wechsel von extremen Trocken- zu Regenperioden in Stress geraten können.
Obst vom Bodensee ist immer ein Genuss,
ganz besonders nachdem es durch einen Kleinbrenner veredelt worden ist.
Geographie
Lage:
Zwischen Ost- und Westalpen - am Ausgang des Alpenrheintales. Der Bodensee gliedert sich in Obersee und die beiden Arme des Überlinger Sees und des Untersees. Ober- und Untersee werden vom Rhein durchflossen.
Obersee: zwischen Konstanz und Bregenz
Untersee: zwischen Konstanz, Radolfzell und Stein am Rhein
Überlinger See: zwischen Konstanz, Meersburg und Ludwigshafen
Angenzente Staaten:
Deutschland (mit den Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg)
Schweiz (mit den Kantonen Thurgau, St. Gallen und Schaffhausen)
Österreich (mit dem Bundesland Vorarlberg)
Größe:
538.5 Quadratkilometer
Wasserspiegel:
395 m über Normalnull
Uferlänge:
273 km
größte Tiefe:
252 m (zwischen Fischbach und Uttwill)
größte Breite:
14 km (zwischen Friedrichshafen und Arbon)
größte Länge:
63 km (zwischen Ludwigshafen und Bregenz)
Gesamtwassermenge:
ca. 50 Billionen Liter (Jahresdurchschnitt)
Größte Stadt am Bodensee:
Konstanz (D ca. 75000 Einwohner)
Höchste Berg am Bodensee:
Säntis (CH 2504 m)
Beliebteste Aussichtsberg:
Pfänder (A 1064 m)
Inseln / Halbinseln:Insel Mainau (Überlinger See),
Insel Reichenau (Untersee),
Halbinsel Mettnau (Untersee),
Halbinsel Wasserburg (Obersee),
Stadt Lindau (Obersee)